| Piercing hat in vielen Kulturen eine lange
Tradition und erlebt heutzutage eine echte Renaissance. Ein Ring im Bauchnabel oder ein
Schmuckstück in der Nase sind mit Sicherheit ein Blickfang - sie bergen jedoch auch
Gefahren und Risiken. Wer sich
solchen Schönheitseingriffen unterziehen will, muß deshalb gesundheitliche Aspekte
berücksichtigen. Das Einhalten von bestimmten Hygieneregeln ist die Grundvoraussetzung,
um Risiken weitgehend auszuschließen.
Was kann passieren?
- Bei der Auswahl des Materials ist
auf hohe Reinheit zu achten. Empfehlenswert sind Reintitan, Hochgold oder Platin.
Legierungen, die Nickel oder andere unedle Metalle enthalten, können zu Allergien führen
und sollten deshalb nicht verwendet werden.
- Beim Piercing kommt es zu offenen Wunden.
Werden die Hygieneregeln nicht eingehalten, besteht die Gefahr, daß Viren oder
Bakterien in die Wunde gelangen können.
- Bei unsachgemäßem Einsetzen eines
Schmuckstückes besteht außerdem die Gefahr, daß Blutgefäße oder Nerven verletzt
werden können.
- Eine richtige Wundversorgung mit
sterilem Verband verhindert eitrige Wundentzündungen.
- In seltenen Fällen kann es nach etwa 6
Wochen zu einem sogenannten Keloid, einer überschießenden Form der Narbenbildung,
kommen. Dann muß das Schmuckstück sofort entfernt werden und sollte an dieser Stelle
auch nicht mehr eingesetzt werden
Worauf ist zu achten,
um die Gefahr möglichst gering zu halten?
- Voraussetzung für eine komplikationslose
Abheilung ist ein steriles Vorgehen beim Einbringen des Piercings sowie sterile
Instrumente und Materialien.
- Zuerst muß die Haut im Ein- und
Austrittsbereich des Stichkanals sorgfältig gereinigt und desinfiziert werden.
- Der Ring wird anschließend unter absolut
sterilen Bedingungen eingebracht. Deshalb müssen auch alle verwendeten Instrumente und
der einzusetzende Ring steril sein.
- Alle benötigten Instrumente dürfen erst
unmittelbar vor dem Eingriff aus der sterilen Verpackung entnommen werden.
- Die Verwendung steriler Handschuhe ist
ebenfalls erforderlich. Vor dem Anziehen der Handschuhe muß eine Händedesinfektion, die
mindestens 30 Sekunden dauert, durchgeführt werden.
- Auch wenn später ein Stecker oder eine
andere Form benutzt wird, ist zunächst einmal ein Ring, der dafür sorgt, daß der
Stichkanal von Haut ausgekleidet wird, das beste.
- Nach dem Einlegen des Schmuckstücks muß
die Wunde gereinigt, desinfiziert und mit einem sterilen Verband abgedeckt werden.
Sorgfältige Wundpflege ist für einen guten und schnellen Heilungsverlauf notwendig.
- Ein separater Raum mit Waschbecken, Seifen-
und Desinfektionsmittelspender sowie Einmalhandtüchern ist für ein hygienisches Arbeiten
ebenfalls notwendig.
Ein Piercing in den Bauchnabel, die
Augenbraue oder ein Stecker in der Nase sind bei fachgerechter Einbringung zu vertreten.
Ein Piercing der Unterlippe oder der Zunge ist problematischer, da es beim Essen, Trinken
oder Schlucken zu Schädigungen führen kann. Diese Piercings berühren beim Schlucken
leicht die Innenseite der Zähne. Da wir am Tag viele hundert Male schlucken, können die
Zähne auf diese Weise mit der Zeit zertrümmert werden.
Fazit:
Wenn Sie sich Piercen lassen wollen, gehen
Sie zu einem Fachmann, der das Risiko abschätzen kann und einen fachgerechten, sterilen
Eingriff garantieren kann. |
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